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IT-SicherheitStand: 24. August 2026

Erpresser-Mail mit echtem Passwort: warum meist nichts dahintersteckt

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt.

Eine E-Mail behauptet, Ihr Gerät sei gehackt und Sie seien beim Besuch von Pornoseiten gefilmt worden. Als angeblicher Beweis steht ein Passwort in der Nachricht, das Sie wirklich einmal verwendet haben. So beunruhigend das wirkt: Hinter diesen Schreiben steckt in aller Regel ein Massenbluff, den Fachleute Sextortion-Spam nennen. Das Passwort stammt nicht von Ihrem Rechner, sondern aus alten Datenlecks bei Online-Diensten. Die angeblichen Aufnahmen existieren nach Einschätzung von Polizei und Verbraucherzentrale praktisch nie. Zahlen Sie nicht, antworten Sie nicht, und ersetzen Sie das genannte Passwort überall dort, wo es noch im Einsatz ist.

So funktioniert die Masche

Die Schreiben folgen einem festen Muster: Der Absender behauptet, über eine Schadsoftware Zugriff auf Rechner und Webcam zu haben, und droht, kompromittierende Aufnahmen an Ihre Kontakte zu schicken. Verlangt wird eine Zahlung in Bitcoin innerhalb einer knapp bemessenen Frist. Damit die Drohung glaubwürdig wirkt, nennen die Täter persönliche Daten, meist ein echtes Passwort, manchmal auch Telefonnummer oder Adresse. Genau dieses Detail bringt auch besonnene Empfänger ins Grübeln.

Wichtig zu wissen: Diese Mails gehen massenhaft an Adressen aus Datenlecks, unabhängig davon, was die Empfänger tatsächlich im Netz tun. Der Absender weiß nichts über Sie, er besitzt nur einen alten Datensatz.

Woher das echte Passwort stammt

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen stellt in seinem Ratgeber Internetkriminalität klar: Die in den Mails genannten Passwörter stammen aus früheren Hacks bei Online-Diensten und haben keinen Bezug zur vorliegenden Mail oder zu Ihrem Gerät. Die Verbraucherzentrale beschreibt dieselben Quellen: gehackte Datenbanken, etwa von Online-Shops, oder gekaufte Datensätze. Meist ist es deshalb ein älteres Passwort aus einem einzelnen Dienst. Ob Ihre Zugangsdaten in bekannten Lecks auftauchen, können Sie über den vom LKA empfohlenen Dienst Have I Been Pwned prüfen.

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Warum Sie nicht zahlen sollten

Die Verbraucherzentrale hält es für sehr unwahrscheinlich, dass die Kriminellen tatsächlich über Videomaterial verfügen. Dazu passt, dass die Schreiben nie einen Beleg enthalten, etwa einen Screenshot. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin, dass Kriminelle Erpresserschreiben verschicken, ohne kompromittierendes Material zu besitzen, und rät ausdrücklich, kein Geld zu überweisen, denn nach einer Zahlung hört die Erpressung meist nicht auf. Wer zahlt, markiert sich selbst als lohnendes Ziel. Antworten Sie auch nicht und öffnen Sie keine Anhänge.

Die richtige Reaktion in vier Schritten

1. Nicht reagieren: keine Zahlung, keine Antwort, keine Klicks auf Links oder Anhänge. 2. Passwort ersetzen: Ändern Sie das genannte Passwort sofort bei jedem Dienst, bei dem es noch im Einsatz ist, und vergeben Sie künftig für jeden Dienst ein eigenes. Ein Passwort-Manager nimmt Ihnen das Merken ab. 3. Konten härten: Mit Multi-Faktor-Authentifizierung reicht ein erbeutetes Passwort allein nicht mehr für eine Kontoübernahme. 4. Anzeige erstatten: Erpressung ist eine Straftat. Sichern Sie die Mail als Beweis und erstatten Sie Anzeige, das geht auch über die Onlinewachen der Polizei. Verdächtige Mails können Sie zusätzlich an das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale weiterleiten (phishing@verbraucherzentrale.nrw).

Was der Vorfall für Ihr Unternehmen bedeutet

Solche Mails landen auch in Firmenpostfächern, und dort ist die eigentliche Gefahr nicht die Drohung, sondern das Passwort selbst. Wird ein geleaktes Kennwort im Unternehmen weiterverwendet, etwa für das E-Mail-Konto oder den VPN-Zugang, probieren Kriminelle es früher oder später automatisiert aus. Behandeln Sie die Erpresser-Mail deshalb als kostenlosen Hinweis: Klären Sie, wo das Passwort im Einsatz war, und sortieren Sie Mehrfachverwendung aus. Ein sauber konfigurierter Spamfilter im Rahmen der E-Mail-Sicherheit fängt einen Großteil dieser Schreiben ab, bevor sie Mitarbeiter verunsichern.

Häufige Fragen

Das genannte Passwort nutze ich noch. Wie dringend ist das?

Sehr dringend. Ändern Sie es sofort überall dort, wo es im Einsatz ist, beginnend mit dem E-Mail-Konto, denn darüber lassen sich viele weitere Zugänge zurücksetzen. Aktivieren Sie anschließend Multi-Faktor-Authentifizierung für alle wichtigen Konten.

Kann die Webcam nicht doch gehackt worden sein?

Bei dieser Massenmasche spricht praktisch alles für einen Bluff: Die Täter liefern nie einen Beleg, und die genannten Daten stammen nachweislich aus alten Lecks. Unabhängig davon bleiben aktuelle Updates, ein Virenschutz und eine Webcam-Abdeckung sinnvolle Grundhygiene.

Sollen wir die Mail einfach löschen?

Erst handeln, dann löschen: Passwortnutzung prüfen, bei Bedarf Anzeige erstatten und die Mail bis dahin als Beweis aufbewahren. Informieren Sie außerdem Ihr Team, denn die Schreiben treffen selten nur ein Postfach. Wer die Masche kennt, zahlt nicht aus Scham.

So unterstützt Sie die High5Manufaktur GmbH

Die High5Manufaktur GmbH betreut kleine und mittlere Unternehmen im Raum Karlsruhe und bundesweit bei der Absicherung von Microsoft 365 und der E-Mail-Kommunikation. Wir richten mehrstufige E-Mail-Sicherheit und Multi-Faktor-Authentifizierung ein und machen Ihr Team im Awareness-Training mit Erpresser- und Phishing-Maschen vertraut, damit im Ernstfall niemand vorschnell zahlt. Kurze Wege, direkter Ansprechpartner.

Quellen

Alexander Häffner

Alexander Häffner

Geschäftsführer der High5Manufaktur GmbH. Betreut seit 2021 kleine und mittlere Unternehmen bei Microsoft 365, IT-Sicherheit und Digitalisierung.

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