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IT-SicherheitStand: 21. August 2026

Geänderte Bankverbindung auf der Rechnung: so läuft Zahlungsbetrug im Mittelstand

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt.

Wenn auf einer Rechnung oder in einer E-Mail plötzlich eine neue Bankverbindung auftaucht, gilt eine einfache Regel: nicht überweisen, bevor Sie die Änderung über einen bekannten Kanal bestätigt haben. Rufen Sie Ihren Ansprechpartner unter der Telefonnummer an, die Sie ohnehin gespeichert haben, niemals unter der Nummer aus der fraglichen E-Mail. Der Hintergrund: Bei dieser Betrugsmasche ist die Rechnung meist echt, nur die IBAN wurde ausgetauscht. Die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des LKA Niedersachsen warnte zuletzt im Juli 2025 vor genau dieser Masche, oft mit Schäden im sechsstelligen Bereich.

So läuft die Masche ab

Fachleute sprechen von Business Email Compromise, kurz BEC. Am Anfang steht ein kompromittiertes E-Mail-Postfach, entweder bei Ihrem Lieferanten oder im eigenen Haus, typischerweise übernommen per Phishing oder über Zugänge ohne zweiten Faktor. Die Täter lesen die Korrespondenz oft wochenlang unbemerkt mit und warten auf den richtigen Moment: den Versand einer Rechnung. Dann tauschen sie im Dokument die Bankverbindung aus und stellen die manipulierte Rechnung zu, mal von einer täuschend ähnlichen Absenderadresse, mal direkt aus dem gehackten Postfach. Betrag, Projektbezug, Ansprechpartner und Tonfall stimmen, denn all das stammt aus der echten Korrespondenz.

Deshalb laufen übliche Ratschläge wie „achten Sie auf Rechtschreibfehler" hier ins Leere. In der E-Mail gibt es oft schlicht nichts zu erkennen.

Echte Fälle, hohe Schäden

Die ZAC Niedersachsen beschreibt in ihrer Warnung vom Juli 2025 eine Variante über öffentliche Ausschreibungen: Die Täter ermitteln über die EU-Vergabeplattform TED, wer einen Auftrag gewonnen hat, fordern beim Auftragnehmer per E-Mail die Rechnung an, tauschen die Bankverbindung aus und senden die manipulierte Rechnung an den eigentlichen Auftraggeber. In mehreren aktuellen Fällen wurden so sechsstellige Summen erbeutet.

Neu ist das Prinzip nicht: Der Ratgeber Internetkriminalität des LKA Niedersachsen dokumentiert die Masche mit gehackten Firmenpostfächern und angeblich geänderten Kontoverbindungen bereits seit 2016. Auch das Präventionsportal polizei-beratung.de nennt geänderte Bankverbindungen als typischen Vorwand, mit Schäden in Millionenhöhe.

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Die feste Rückfrage-Regel

Der wirksamste Schutz kostet nichts: Behandeln Sie jede Änderung einer Bankverbindung wie einen Verdachtsfall, bis sie bestätigt ist.

  • Verifizieren Sie jede neue IBAN telefonisch über eine Nummer aus Ihren eigenen Unterlagen, dem Vertrag oder der Website des Partners. Nutzen Sie nie die Kontaktdaten aus der fraglichen E-Mail oder Rechnung.
  • Verankern Sie ein Vier-Augen-Prinzip: Änderungen an Lieferanten-Stammdaten gibt eine zweite Person frei.
  • Weisen Sie in eigenen Rechnungen und E-Mail-Signaturen darauf hin, dass sich Ihre Bankverbindung nicht per E-Mail ändert. So schützen Sie auch Ihre Kunden.

Das eigene Postfach absichern

Die Masche beginnt fast immer mit einem übernommenen Postfach. Wer sein E-Mail-System schützt, schützt damit auch seine Geschäftspartner.

  • Aktivieren Sie Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Konten, damit ein erbeutetes Passwort allein nicht ausreicht.
  • Lassen Sie Ihre E-Mail-Sicherheit prüfen, inklusive Absender-Authentifizierung mit SPF, DKIM und DMARC sowie Phishing-Schutz.
  • Prüfen Sie Postfächer regelmäßig auf unbekannte Weiterleitungsregeln, ein typisches Zeichen für ein kompromittiertes Konto.
  • Schulen Sie gezielt Buchhaltung und Einkauf, denn dort landen die manipulierten Rechnungen.

Wenn schon überwiesen wurde

Jetzt zählt Geschwindigkeit: Rufen Sie sofort Ihre Bank an und veranlassen Sie einen Überweisungsrückruf, je früher, desto eher lässt sich das Geld stoppen. Erstatten Sie Anzeige, vor Ort oder über die Onlinewache der Polizei. Sichern Sie die betroffenen E-Mails samt Kopfzeilen als Beweismittel und informieren Sie Ihren Geschäftspartner über einen bekannten Kanal, denn dessen Postfach ist möglicherweise kompromittiert.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine manipulierte Rechnung?

Oft gar nicht, und genau das ist der Punkt. Layout, Beträge und Ansprechpartner stammen aus der echten Rechnung. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf Ihr Auge, sondern auf den Prozess: Jede neue oder geänderte Bankverbindung wird über einen zweiten, bekannten Kanal bestätigt, unabhängig davon, wie vertrauenswürdig die E-Mail wirkt.

Wir kennen unsere Lieferanten seit Jahren. Betrifft uns das trotzdem?

Gerade dann. Die manipulierte Rechnung kommt im Zweifel aus dem echten, gehackten Postfach genau dieses langjährigen Lieferanten, der Absender stimmt also. Entscheidend ist, dass die Rückfrage-Regel ausnahmslos gilt, auch bei alten Bekannten.

Muss ich noch einmal zahlen, wenn das Geld beim Betrüger gelandet ist?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Ob die Zahlung auf das falsche Konto von der Schuld gegenüber dem Lieferanten befreit, hängt vom Einzelfall ab, etwa davon, über wessen System die Manipulation lief. Dokumentieren Sie den Vorfall vollständig und lassen Sie die Situation rechtlich prüfen. Wirtschaftlich ist Prävention in jedem Fall günstiger als der Streit danach.

So unterstützt Sie die High5Manufaktur GmbH

Die High5Manufaktur GmbH betreut kleine und mittlere Unternehmen im Raum Karlsruhe und bundesweit bei der Absicherung von Microsoft 365 und der E-Mail-Kommunikation. Wir richten Multi-Faktor-Authentifizierung und moderne E-Mail-Sicherheit ein, prüfen Ihre Postfächer auf verdächtige Regeln und machen Buchhaltung und Einkauf im Awareness-Training mit genau solchen Maschen vertraut. Kurze Wege, direkter Ansprechpartner.

Quellen

Alexander Häffner

Alexander Häffner

Geschäftsführer der High5Manufaktur GmbH. Betreut seit 2021 kleine und mittlere Unternehmen bei Microsoft 365, IT-Sicherheit und Digitalisierung.

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