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IT-Sicherheit

Öffentliches WLAN auf Geschäftsreisen: reale Risiken, einfache Regeln

Von Alexander HäffnerVeröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt.

Öffentliches WLAN ist heute deutlich sicherer als sein Ruf. Der Grund ist unspektakulär: Praktisch alle relevanten Websites und Apps verschlüsseln ihre Verbindungen per HTTPS, das Mitlesen von Inhalten durch Dritte im selben Netz ist dadurch weit seltener geworden. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC stuft die Nutzung öffentlicher WLAN-Netze wegen der verbreiteten Verschlüsselung inzwischen als in der Regel sicher ein. Entwarnung für Geschäftsreisen ist das trotzdem nicht, denn die Risiken haben sich verlagert: auf gefälschte Zwillingsnetze, offene Freigaben am eigenen Gerät und manipulierte Anmeldeportale. Mit drei festen Regeln arbeitet Ihr Team unterwegs vernünftig abgesichert: Handy-Hotspot zuerst, fremdes WLAN nur mit VPN, keine Zugangsdaten auf Portalseiten.

Das veraltete Bild: im offenen WLAN liest jeder mit

Die Warnung, im Hotel-WLAN könne jeder Passwörter und E-Mails abfangen, stammt aus einer Zeit, in der viele Websites unverschlüsselt übertragen wurden. Heute läuft der Großteil des Datenverkehrs über HTTPS, erkennbar am Schloss-Symbol in der Adresszeile des Browsers. Die FTC schreibt dazu, dass die meisten Websites Verschlüsselung nutzen und die Verbindung über ein öffentliches WLAN deshalb in der Regel sicher ist. Wichtig bleibt die Einschränkung: Das Schloss belegt nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist, nicht, dass die Seite echt ist. Auch Betrüger setzen laut FTC auf ihren gefälschten Seiten Verschlüsselung ein. Wer pauschal vor jedem offenen Netz warnt, verfehlt also die tatsächlichen Schwachstellen. Die folgenden drei sind real.

Risiko 1: das gefälschte Zwillingsnetz

Ein WLAN-Name ist frei wählbar, darauf weist die Verbraucherzentrale ausdrücklich hin. Ein Angreifer kann im Hotel oder am Flughafen ein eigenes Netz mit täuschend echtem Namen aufspannen, in Fachkreisen Evil Twin genannt. Wer sich damit verbindet, leitet seinen gesamten Datenverkehr über die Technik des Angreifers, der zum Beispiel Umleitungen auf gefälschte Anmeldeseiten einrichten kann. Tückisch ist die Automatik: Geräte verbinden sich selbstständig mit Netzen, deren Namen sie gespeichert haben, und ein gefälschtes Netz kann genau diesen Namen tragen. Löschen Sie deshalb gespeicherte öffentliche Netze nach der Reise und schalten Sie das automatische Verbinden ab.

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Risiko 2: Ihr Gerät ist im fremden Netz sichtbar

Im selben Netz können andere Nutzer unter Umständen auf Datei- und Verzeichnisfreigaben Ihres Geräts zugreifen, auch das benennt die Verbraucherzentrale als Risiko öffentlicher Netze. Für Geschäftsgeräte gilt deshalb: Freigaben deaktivieren, Firewall aktiv lassen und fremde Netze in Windows als „öffentliches Netzwerk" einstufen. Das BSI ergänzt einen simplen Grundsatz: Ein abgeschaltetes WLAN bietet keine Angriffsfläche. Wer unterwegs gerade nicht online arbeitet, schaltet die WLAN-Funktion schlicht aus.

Die Grundlagen für das Arbeiten außerhalb des Büros stehen in Homeoffice sicher einrichten.

Risiko 3: Tricks über die Anmeldeseite

Viele Hotspots schalten vor den Internetzugang ein Anmeldeportal. In einem gefälschten Netz bestimmt der Angreifer, was dort erscheint: Er kann Anmeldemasken bekannter Dienste nachbauen oder unnötig persönliche Daten abfragen. Die Regel dagegen ist streng und einfach: Auf einer Hotspot-Anmeldeseite haben Passwörter von Firmen- oder E-Mail-Konten nichts verloren. Seriöse Portale verlangen höchstens Name oder Zimmernummer. Falls doch einmal Zugangsdaten abfließen, entscheidet Multi-Faktor-Authentifizierung darüber, ob aus dem erbeuteten Passwort ein Kontozugriff wird.

Drei Regeln, die auf Reisen reichen

Erstens: Handy-Hotspot zuerst. Die Mobilfunkverbindung des eigenen Smartphones ist für vertrauliche Arbeit die bessere Wahl, weil Sie kein fremdes Netz mit unbekannten Teilnehmern nutzen. Bei aktuellen Tarifen mit ausreichend Datenvolumen gibt es wenig Gründe, im Hotel überhaupt ins Gäste-WLAN zu gehen.

Zweitens: fremdes WLAN nur mit VPN. Das BSI empfiehlt, vertrauliche Daten über fremde WLAN-Netze möglichst gar nicht und sonst nur per VPN abzurufen. Ein VPN verschlüsselt den gesamten Datenverkehr des Geräts bis zu einem vertrauenswürdigen Endpunkt und macht damit weitgehend unerheblich, wem das WLAN gehört.

Drittens: Geräte vor der Reise vorbereiten. Freigaben aus, automatisches Verbinden aus, Updates und Virenschutz aktuell, VPN-Profil eingerichtet. Über ein Mobile Device Management setzen Sie diese Einstellungen zentral auf allen Firmengeräten durch, statt sich auf die Handarbeit jedes einzelnen Reisenden zu verlassen.

Wer ohne Netz weiterarbeiten will, richtet vorher den Offline-Modus in Outlook ein.

Häufige Fragen

Ist Onlinebanking im Hotel-WLAN vertretbar?

Die Verbindung zur Bank ist per HTTPS verschlüsselt, das Risiko ist damit geringer als sein Ruf. Achten Sie darauf, die Adresse selbst einzutippen und keinen Links von Portal- oder Anmeldeseiten zu folgen. Noch robuster ist es, für Bankgeschäfte kurz auf die Mobilfunkverbindung zu wechseln.

Reicht ein kostenloses VPN aus dem App Store?

Für Firmendaten nicht. Ein VPN verlagert das Vertrauen vom WLAN-Betreiber zum VPN-Betreiber, und bei Gratisdiensten ist oft unklar, wer den Datenverkehr wo verarbeitet. Für Unternehmen gehört die VPN-Lösung in eigene Verantwortung, zentral konfiguriert auf verwalteten Geräten.

Was bringt die Einstellung „öffentliches Netzwerk" in Windows?

Sie schaltet Netzwerkerkennung und Freigaben für dieses Netz ab, Ihr Gerät ist für andere Teilnehmer schwerer erreichbar. Das ist die richtige Grundeinstellung für jedes fremde Netz, ersetzt aber weder das VPN noch die Zurückhaltung auf Anmeldeportalen.

So unterstützt Sie die High5Manufaktur GmbH

Die High5Manufaktur GmbH stattet kleine und mittlere Unternehmen im Raum Karlsruhe und bundesweit mit reisetauglichen Arbeitsplätzen aus: Intune-Richtlinien für Freigaben und WLAN-Verhalten, VPN-Profile, aktuelle Patchstände und Multi-Faktor-Authentifizierung auf allen Konten. Im Rahmen unserer Betreuung von VPN und Fernzugriff halten wir diese Einstellungen dauerhaft aktuell, damit Sicherheit unterwegs nicht von Handarbeit abhängt. Kurze Wege, direkter Ansprechpartner.

Quellen

Mehr zum Thema: Alle Artikel und die wichtigsten Fragen stehen im Ratgeber IT-Sicherheit.

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Alexander Häffner

Alexander Häffner

Geschäftsführer der High5Manufaktur GmbH. Betreut seit 2021 kleine und mittlere Unternehmen bei Microsoft 365, IT-Sicherheit und Digitalisierung.

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