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Microsoft 365Stand: 15. September 2026

Microsoft schaltet EWS ab Oktober 2026 ab: was jetzt zu prüfen ist

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt.

Microsoft deaktiviert die Schnittstelle Exchange Web Services (EWS) in Exchange Online ab Oktober 2026 schrittweise; ab April 2027 ist sie vollständig und dauerhaft abgeschaltet, ein Wiedereinschalten ist dann nicht mehr möglich. Betroffen sind Programme, die über EWS auf E-Mails, Termine und Kontakte in Ihren Postfächern zugreifen, also etwa Zusatzlösungen für Signaturen, Archivierung, Backup, CRM oder Raumbuchung sowie ältere Konferenz- und Raumgeräte. Ob und was bei Ihnen betroffen ist, zeigt der EWS-Nutzungsbericht im Microsoft 365 Admin Center. Wer den Bericht jetzt liest und mit den Herstellern den Umstieg auf Microsoft Graph klärt, erlebt im Herbst keine Überraschung.

Was EWS ist und warum Microsoft die Schnittstelle abschaltet

Exchange Web Services ist eine Programmierschnittstelle von Exchange, über die Anwendungen Postfachinhalte lesen und schreiben können: Nachrichten versenden, Termine anlegen, Kontakte abgleichen oder Frei/Gebucht-Zeiten abfragen. Viele Zusatzprogramme aus der Zeit vor der Cloud sind darauf aufgebaut. Bereits 2018 kündigte Microsoft an, dass EWS keine neuen Funktionen mehr erhält; 2023 folgte die Ankündigung, die Schnittstelle in Exchange Online im Oktober 2026 abzuschalten. Der Nachfolger ist Microsoft Graph, eine moderne Schnittstelle mit Anmeldung per OAuth und fein abgestuften Berechtigungen.

Der Sicherheitsvorfall um die Angreifergruppe Midnight Blizzard im Januar 2024, bei dem EWS eine Rolle spielte, hat das Vorhaben nach Angaben von Microsoft dringlicher gemacht. Seitdem gilt die Abschaltung nicht mehr nur für Fremdanwendungen, sondern auch für Microsofts eigene Produkte: Outlook, Office, Teams und Dynamics 365 werden schrittweise von EWS befreit. Für Sie heißt das: Halten Sie die Microsoft 365 Apps und Teams aktuell, dann übernimmt Microsoft diesen Teil der Arbeit. Die Abschaltung betrifft ausschließlich Exchange Online; ein lokal betriebener Exchange Server ist davon nicht berührt.

Der Zeitplan: Oktober 2026 und April 2027

Microsoft beschreibt im Exchange Team Blog ein zweistufiges Verfahren. Ab Oktober 2026 wird EWS in allen Tenants standardmäßig deaktiviert, in denen der Administrator die Nutzung nicht ausdrücklich beibehalten hat. Beibehalten heißt: Der Schalter EWSEnabled ist aktiv gesetzt, und eine Zulassungsliste mit den Anwendungs-IDs der Programme, die EWS weiter nutzen dürfen, ist gepflegt. Für Tenants ohne eigene Liste kündigt Microsoft an, die Zulassungsliste anhand der tatsächlichen Nutzung vorzubefüllen. Wer bis Ende August 2026 Liste und Schalter gesetzt hatte, ist von der automatischen Umstellung im Oktober ausgenommen.

Fällt nach der Deaktivierung eine wichtige Anwendung aus, kann der Administrator EWS vorübergehend wieder einschalten, allerdings erst nach einer spürbaren Unterbrechung. Microsoft kündigt außerdem monatliche Meldungen im Nachrichtencenter mit Nutzungszahlen des eigenen Tenants an sowie mögliche kurze Testabschaltungen vorab. Ab April 2027 ist Schluss: EWS wird vollständig und dauerhaft deaktiviert, und der Schalter verschwindet aus der Verwaltung. Eine Verlängerung gibt es nicht.

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Wo EWS im Alltag kleiner Unternehmen steckt

Die Schnittstelle arbeitet unsichtbar im Hintergrund, deshalb weiß oft niemand mehr, welche Programme sie verwenden. Typische Kandidaten sind:

  • Zusatzlösungen für zentrale Signaturen, die Signaturen serverseitig in Nachrichten einfügen oder Postfächer auslesen, siehe unsere Seite E-Mail-Signaturen zentral verwalten
  • Programme zur Archivierung und Sicherung von Postfächern, die Inhalte regelmäßig auslesen und kopieren
  • CRM- und Branchenlösungen, die E-Mails und Termine mit dem Postfach abgleichen; Microsoft nennt hier ausdrücklich die serverseitige Synchronisierung eines lokal betriebenen Dynamics 365
  • Raumbuchungssysteme, Türdisplays und ältere Konferenzhardware, die Raumkalender abfragen; Microsoft nennt hier Teams-Panels, für die eine Mindestversion der Teams-App nötig ist
  • Der Exchange-Connector in Power Query, also der Datenimport aus Postfächern in Excel und Power BI
  • Kalenderfreigaben und Frei/Gebucht-Abfragen zwischen verschiedenen Organisationen sowie organisationsübergreifende Nachrichteninfos (MailTips)

Wie stark ein Betrieb von solchen Werkzeugen abhängt, wird oft erst beim Ausfall klar. Prüfen Sie deshalb besonders die Programme, die Sie für die revisionssichere Archivierung Ihrer E-Mails, für die Sicherung Ihrer Daten in Microsoft 365 und für einheitliche Signaturen im Team einsetzen. Seriöse Hersteller haben längst auf Microsoft Graph umgestellt oder einen Termin dafür genannt; fragen Sie nach, wenn Sie bisher nichts gehört haben.

So prüfen Sie die Nutzung: der EWS-Nutzungsbericht

Microsoft stellt im Microsoft 365 Admin Center einen eigenen Bericht bereit. Der Weg: Admin Center öffnen, im Menü Berichte wählen (gegebenenfalls über Alle anzeigen einblenden), dann Nutzung, dort unter den Berichten Exchange auswählen und auf die Registerkarte EWS usage wechseln. Der Bericht lässt sich auf die letzten 7, 30 oder 90 Tage filtern.

Oben stehen zwei Kennzahlen: Active apps, die Zahl der Anwendungen, die im Zeitraum mindestens eine EWS-Anfrage gestellt haben, und Daily average call volume, die durchschnittliche Zahl täglicher Anfragen. Darunter listet eine Tabelle je Anwendung die Application ID, die genutzte Aktion (SOAP Action), die Anzahl der Aufrufe und das Datum der letzten Aktivität. Über Export erhalten Sie eine CSV-Datei. Wichtig zu wissen: Die Daten werden wöchentlich zusammengefasst, nicht täglich, und es kann bis zu zehn Tage dauern, bis neue Nutzung im Bericht erscheint. Planen Sie also nicht mit einem Blick am Vorabend.

Die Application ID ist zunächst nur eine lange Zeichenfolge. Microsoft veröffentlicht eine Liste der IDs eigener Anwendungen; alles andere finden Sie in Microsoft Entra ID unter Unternehmensanwendungen. Dort steht der Name der Anwendung, oft der Hersteller, und Sie sehen, wer die Zustimmung erteilt hat. Für selbst entwickelte Skripte und Programme bietet Microsoft zusätzlich den EWS Analyzer, ein Werkzeug, das eigenen Programmcode auf EWS-Aufrufe untersucht, sowie eine Zuordnungstabelle von EWS-Operationen zu den passenden Aufrufen in Microsoft Graph.

Was Sie mit den Ergebnissen tun

Arbeiten Sie die Liste Anwendung für Anwendung ab:

  • Hersteller anschreiben: Gibt es eine Version, die Microsoft Graph nutzt, und ab wann? Welche Berechtigungen braucht sie, und wer muss zustimmen?
  • Update einplanen und testen, bevor Microsoft abschaltet. Signatur-, Archiv- und Backuplösungen prüfen Sie am besten mit einem Testpostfach.
  • Raumgeräte und Displays: Firmware und Teams-App aktualisieren; Geräte, für die es kein Update mehr gibt, ersetzen Sie besser vor Oktober.
  • Eigene Skripte: mit dem EWS Analyzer prüfen und anhand der Zuordnungstabelle auf Microsoft Graph umstellen, oder die Aufgabe mit der Power Platform neu lösen.
  • Anwendungen ohne Ersatz: bewusst entscheiden, ob sie bis April 2027 über die Zulassungsliste weiterlaufen dürfen und was danach passiert.

Wer es kontrolliert angehen möchte, kann EWS selbst vorab abschalten und beobachten, was ausfällt. Dafür gibt es im Microsoft 365 Admin Center im Baseline Security Mode die Einstellung Disable organization-wide access to Exchange Web Services (EWS), alternativ den PowerShell-Befehl Set-OrganizationConfig mit dem Parameter EwsEnabled auf false. Voraussetzung laut Microsoft: Auf den Rechnern muss mindestens Build 16.0.19725 der Microsoft 365 Apps installiert sein, sonst funktionieren Add-ins in Word, Excel, PowerPoint und Outlook nicht mehr; im Semi-Annual Enterprise Channel kam dieser Build im Juli 2026 an. Ein Testlauf am Freitagnachmittag mit der Möglichkeit, den Schalter wieder zurückzusetzen, zeigt schnell, welche Prozesse im Hintergrund noch an EWS hängen.

Häufige Fragen

Betrifft die Abschaltung auch Outlook auf unseren Rechnern?

Für die tägliche Arbeit in einem aktuellen Outlook ändert sich nichts Sichtbares. Microsoft entfernt die EWS-Abhängigkeiten aus den eigenen Produkten selbst, Voraussetzung ist ein aktueller Stand der Microsoft 365 Apps. Achten Sie auf den genannten Mindestbuild, damit Add-ins weiter laufen, und halten Sie auch die Teams-App auf Raumgeräten aktuell.

Unser Anbieter braucht noch bis Anfang 2027. Was können wir tun?

Bis April 2027 lässt sich EWS für einzelne Anwendungen über die Zulassungsliste mit deren Anwendungs-ID weiter erlauben, sofern der Schalter EWSEnabled aktiv bleibt. Das verschafft Zeit, ersetzt aber die Umstellung nicht: Ab April 2027 gibt es keinen Schalter mehr. Lassen Sie sich vom Anbieter einen verbindlichen Termin für die Version mit Microsoft Graph nennen und planen Sie einen Ersatz, falls er ihn nicht liefern kann.

Gilt das auch für unseren Exchange Server im eigenen Haus?

Nein. Die Abschaltung betrifft nur Exchange Online, also die Postfächer in Microsoft 365. In hybriden Umgebungen mit lokalem Exchange und Postfächern in der Cloud rät Microsoft, den EWS-Zugriff erst abzuschalten, wenn die Hybridkonfiguration REST-Schnittstellen unterstützt, weil sonst Funktionen zwischen beiden Welten ausfallen können.

So unterstützt Sie die High5Manufaktur GmbH

Die High5Manufaktur GmbH betreut Microsoft 365 Umgebungen kleiner und mittlerer Unternehmen im Raum Karlsruhe und bundesweit. Wir lesen den EWS-Nutzungsbericht für Sie aus, ordnen die Anwendungs-IDs den eingesetzten Programmen zu und klären mit den Herstellern den Umstieg auf Microsoft Graph. Auf Wunsch schalten wir EWS kontrolliert vorab ab, begleiten den Testlauf und richten die Zulassungsliste ein, falls einzelne Programme noch Zeit brauchen. Ein kostenloses Erstgespräch zeigt, wie viel bei Ihnen zu tun ist. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie an info@h5m.de. Mehr zu unserer laufenden Microsoft 365 Betreuung finden Sie auf der Leistungsseite.

Quellen

  • Microsoft Learn, Deprecation of Exchange Web Services in Exchange Online, abgerufen 05.09.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/exchange/clients-and-mobile-in-exchange-online/deprecation-of-ews-exchange-online
  • Microsoft Tech Community (Exchange Team Blog), Exchange Online EWS, Your Time is Almost Up, 05.02.2026, https://techcommunity.microsoft.com/blog/exchange/exchange-online-ews-your-time-is-almost-up/4492361
  • Microsoft Learn, Exchange Web Services (EWS) Usage Report, Stand 03.04.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoft-365/admin/activity-reports/ews-usage
  • Microsoft Learn, Baseline security mode settings, Stand 17.04.2026 (aktualisiert 29.06.2026), https://learn.microsoft.com/en-us/microsoft-365/baseline-security-mode/baseline-security-mode-settings
  • Microsoft Learn, Control access to EWS in Exchange, Stand 07.04.2025, https://learn.microsoft.com/en-us/exchange/client-developer/exchange-web-services/how-to-control-access-to-ews-in-exchange
Alexander Häffner

Alexander Häffner

Geschäftsführer der High5Manufaktur GmbH. Betreut seit 2021 kleine und mittlere Unternehmen bei Microsoft 365, IT-Sicherheit und Digitalisierung.

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