Teams: Chat oder Kanal? Drei Regeln, damit Firmenwissen auffindbar bleibt
Die kurze Antwort: Alles, was Ihr Team später noch braucht, gehört in einen Kanal. Der Chat ist für schnelle, kurzlebige Abstimmungen da. Wer diese Trennung nicht festlegt, verliert nach und nach Wissen, denn Entscheidungen stecken dann in Einzelchats, Dateien liegen in persönlichen OneDrive-Ordnern und neue Mitarbeitende starten ohne Zugriff auf die Vorgeschichte. Drei Zuordnungsregeln reichen aus, damit Firmenwissen in Microsoft Teams auffindbar bleibt.
Warum der Unterschied über Ihr Firmenwissen entscheidet
Ein Chat ist nur für die beteiligten Personen sichtbar. Ein Standardkanal ist dagegen laut Microsoft für alle Teammitglieder offen, und alles, was dort gepostet wird, lässt sich durchsuchen. Das verändert den Alltag spürbar: Wer eine Frage hat, findet die Antwort im Kanal selbst, auch Monate später und auch dann, wenn er am ursprünglichen Gespräch gar nicht beteiligt war.
Beim Personalwechsel wird der Unterschied noch deutlicher. Wer neu ins Team kommt, hat Zugriff auf die bisherigen Beiträge in den Standardkanälen. Ein Chatverlauf lässt sich dagegen nur dann weitergeben, wenn jemand zu einem bestehenden Gruppenchat hinzugefügt wird und die hinzufügende Person das Teilen des Verlaufs aktiv auswählt. Bei Einzelchats gibt es diese Möglichkeit laut Microsoft gar nicht. Was dort besprochen wurde, bleibt für den Rest des Unternehmens unsichtbar.
Regel 1: Was das Team später braucht, gehört in den Kanal
Die Leitfrage lautet: Muss das in drei Monaten noch jemand nachlesen können? Wenn ja, gehört es in den passenden Kanal. Das betrifft Entscheidungen, Arbeitsergebnisse, Statusmeldungen zu Projekten, Absprachen mit Bezug auf Kunden und alles, was eine Vertretung im Urlaubs- oder Krankheitsfall wissen muss. Fällt eine Entscheidung doch einmal im Chat oder im Telefonat, posten Sie das Ergebnis anschließend in zwei Sätzen in den Kanal. Dieser kurze Ergebnis-Post kostet eine Minute und erspart später langes Suchen und Nachfragen.
Regel 2: Arbeitsdateien immer über den Kanal teilen
Hinter der Dateiablage von Teams stecken zwei verschiedene Speicherorte. Dateien, die Sie in einem Kanal hochladen, landen laut Microsoft im SharePoint-Ordner des Teams und stehen damit allen Mitgliedern zur Verfügung. Dateien aus Einzel- oder Gruppenchats werden dagegen im OneDrive der Person gespeichert, die sie gesendet hat, und sind nur für die Teilnehmer dieser Unterhaltung freigegeben.
Für Unternehmen ist das ein relevanter Unterschied: Eine im Chat geteilte Kalkulation liegt im persönlichen Speicher eines Mitarbeiters. Verlässt diese Person das Unternehmen, ist der Zugriff für das Team nicht dauerhaft gesichert. Teilen Sie Arbeitsdateien deshalb konsequent über den Kanal. Unabhängig davon empfiehlt sich ein Cloud Backup für Microsoft 365, damit Datei- und Chatbestände auch über die Bordmittel hinaus gesichert sind.
Regel 3: Der Chat bleibt für Kurzlebiges und Vertrauliches
Der Chat hat seine Berechtigung: Terminabstimmungen, kurze Rückfragen, ein Hinweis unter vier Augen. Alles, was nach der Antwort erledigt ist, darf dort bleiben. Kippt ein Chat jedoch ins Fachliche und zieht sich über Tage, ist das ein Signal, das Thema in einen Kanal zu überführen. Für dauerhaft vertrauliche Themen mit festem Personenkreis, etwa Personalfragen, eignet sich ein privater Kanal, auf den laut Microsoft nur dessen Eigentümer und Mitglieder zugreifen können.
Damit die Regeln im Alltag greifen, genügt eine halbe Seite schriftliche Leitlinie plus ein kurzer Termin im Team. Entscheidend ist, dass die Geschäftsführung sich selbst daran hält und Anfragen im Chat freundlich in den Kanal umleitet.
Häufige Fragen
Sehen neue Teammitglieder ältere Kanalbeiträge?
Ja. Standardkanäle sind für alle Teammitglieder offen, die Beiträge sind durchsuchbar. Neue Mitglieder können sich damit selbstständig einarbeiten. Chatverläufe erhalten sie nur, wenn sie einem Gruppenchat hinzugefügt werden und der Verlauf dabei bewusst geteilt wird.
Was passiert mit Chat-Dateien, wenn jemand das Unternehmen verlässt?
Im Chat gesendete Dateien liegen im OneDrive des Absenders. Wird dessen Konto im Zuge des Austritts deaktiviert und später gelöscht, ist der Zugriff für die übrigen Beteiligten nicht dauerhaft gewährleistet. Genau deshalb gehören Arbeitsdateien in Kanäle, wo sie im SharePoint des Teams liegen.
Wann ist ein privater Kanal die bessere Wahl als ein Gruppenchat?
Wenn ein vertrauliches Thema dauerhaft bearbeitet wird und einen festen Personenkreis hat, zum Beispiel Lohnabrechnung oder Geschäftsleitung. Der private Kanal hält Beiträge und Dateien strukturiert an einem Ort, bleibt aber auf seine Mitglieder beschränkt. Der Gruppenchat passt für kurzfristige Abstimmungen ohne Dokumentationsbedarf.
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Die High5Manufaktur GmbH richtet Microsoft Teams für kleine und mittlere Unternehmen so ein, dass Struktur, Berechtigungen und Datenablage zur Arbeitsweise passen. Im Rahmen unserer Betreuung rund um Microsoft 365 erarbeiten wir mit Ihnen eine schlanke Kanalstruktur, klare Ablageregeln und die passende Absicherung. Mit direktem Ansprechpartner statt anonymer Hotline.
Quellen
Alexander Häffner
Geschäftsführer der High5Manufaktur GmbH. Betreut seit 2021 kleine und mittlere Unternehmen bei Microsoft 365, IT-Sicherheit und Digitalisierung.
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