Wird das klassische Outlook abgeschaltet? Was Microsoft zusichert
Von Alexander HäffnerVeröffentlicht am 8 Min. Lesezeit
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt.
Das klassische Outlook für Windows wird nicht 2026 abgeschaltet, und ein offizielles Abschaltdatum gibt es nicht. Microsoft beschreibt den Umstieg auf das neue Outlook in drei Phasen, Opt-in, Opt-out und Cutover, kündigt jede weitere Phase mindestens zwölf Monate im Voraus an und sichert zu, bestehende Installationen des klassischen Outlook aus Abonnement und Kauflizenz mindestens bis 2029 zu unterstützen. Wer in Foren, Newslettern oder Angeboten liest, das klassische Outlook werde 2026 eingestellt, sollte das als Irrtum einordnen. Richtig ist: Laut Ankündigung im Message Center werden Nutzer mit Business Standard und Business Premium seit Januar 2025 automatisch in das neue Outlook geführt, können aber jederzeit zurückwechseln. Für die Planung heißt das: in Ruhe testen, Lücken dokumentieren und den Zeitpunkt des Umstiegs selbst bestimmen.
Woher der Irrtum kommt
Mehrere echte Ereignisse haben sich zu der Behauptung verdichtet, das klassische Outlook ende 2026. Erstens hat Microsoft die Windows-Apps Mail und Kalender zum 31. Dezember 2024 eingestellt und deren aktive Nutzer automatisch in das neue Outlook überführt. Das betraf die kostenlosen Apps aus Windows, nicht das klassische Outlook aus Office. Zweitens ist das neue Outlook auf Windows 11 vorinstalliert und wurde Anfang 2025 auch auf Windows 10 per Update verteilt, sodass auf vielen Rechnern plötzlich ein zweites Outlook-Symbol auftauchte.
Drittens hat Microsoft im Message Center angekündigt, Nutzer mit Enterprise-Lizenzen ab April 2026 standardmäßig in das neue Outlook umzuschalten; dieser Termin wurde im Februar 2026 auf März 2027 verschoben. Aus „ab April 2026 wird umgeschaltet" wurde in der Weitergabe „2026 wird abgeschaltet", obwohl das Umschalten in dieser Phase ausdrücklich rückgängig gemacht werden kann. Viertens endet am 13. Oktober 2026 der Support für Office 2021 und damit auch für Outlook 2021 aus der Kaufversion. Das ist der normale Lebenszyklus einer Produktgeneration, kein Ende des klassischen Outlook: In Microsoft 365 Apps und in Office LTSC 2024 lebt es weiter, und Office LTSC 2024 wird bis Oktober 2029 unterstützt.
Die drei Phasen, die Microsoft beschreibt
In der Phase Opt-in ist das neue Outlook standardmäßig aus. Wer es ausprobieren möchte, nutzt den Schalter „Das neue Outlook testen" oben rechts im klassischen Outlook, kann jederzeit zurück und beide Versionen nebeneinander betreiben. Das neue Outlook ist seit August 2024 allgemein verfügbar und wird regulär unterstützt.
In der Phase Opt-out ist das neue Outlook standardmäßig an: Nutzer werden automatisch in die neue Oberfläche geführt, können aber weiterhin zum klassischen Outlook zurückwechseln. Für verwaltete Enterprise-Pläne kündigt Microsoft diese Phase mindestens zwölf Monate vorher an. In der Phase Cutover ist der Rückweg geschlossen, und neue Installationen aus Microsoft 365 enthalten nur noch das neue Outlook. Auch hier gilt eine Vorankündigung von mindestens zwölf Monaten, und Microsoft schreibt ausdrücklich, dass bestehende Installationen des klassischen Outlook aus Kauf- und Abonnementlizenzen mindestens bis 2029 unterstützt bleiben.
Für die Kommunikation nennt Microsoft eine Regel: Zwölf Monate vor dem Wechsel in die nächste Phase erfolgt eine Mitteilung als „notice of disruptive change" über die bestehenden Kanäle, also vor allem über das Message Center im Admin Center. Nach den bisherigen Ankündigungen befinden sich Business Standard und Business Premium seit Januar 2025 in der Phase Opt-out, Enterprise-Pläne folgen laut aktueller Ankündigung ab März 2027. Das sind Ankündigungen, die Microsoft anpassen kann, und keine Abschaltdaten.
Was das für Ihre Planung bedeutet
Panik ist unbegründet, Ignorieren aber auch keine Strategie. Realistisch ist ein Zeitfenster von mehreren Jahren, in dem Sie den Umstieg in eigener Geschwindigkeit vorbereiten. Das neue Outlook ist Teil von Windows und von Microsoft 365; der Aufwand entsteht nicht bei der Beschaffung, sondern bei Test, Anpassung von Add-ins und Schulung.
Administratoren haben drei Hebel. Sie können den Schalter „Das neue Outlook testen" ausblenden, per Cloud Policy im Microsoft 365 Apps Admin Center unter Anpassung > Richtlinienverwaltung (englisch Customization > Policy Management) oder über den Registrierungswert HideNewOutlookToggle. Sie können die automatische Umschaltung für ihre Nutzer abschalten, über die Richtlinie zur Verwaltung der Benutzereinstellung für die automatische Migration, die den Wert NewOutlookMigrationUserSetting auf 0 setzt. Und sie können den Umstieg aktiv und gestaffelt steuern, über die Richtlinie Admin-Controlled Migration to New Outlook, bei der Nutzer in drei Schritten in das neue Outlook geführt werden und jederzeit zurückwechseln dürfen. Ohne Richtlinie entscheidet jeder Nutzer selbst und kann die automatische Umschaltung in den Outlook-Optionen unter Allgemein abwählen.
Wichtig für Betriebe mit eigenem Exchange Server im Haus: Für lokale Exchange-Umgebungen ist das neue Outlook laut Microsoft nicht unterstützt, die Vergleichsliste führt Exchange im eigenen Haus nur als teilweise verfügbar. Wer sein Postfach nicht in Exchange Online betreibt, bleibt beim klassischen Outlook und hat dafür die Zusage bis mindestens 2029.
Welche Funktionen im neuen Outlook noch fehlen
Microsoft pflegt eine öffentliche Vergleichsliste der Funktionen; Stand April 2026 stehen dort unter anderem folgende Punkte nicht oder nur teilweise zur Verfügung: COM Add-ins werden nicht unterstützt, es laufen nur Add-ins auf Webbasis, was Zusatzprogramme von Buchhaltung, CRM, Warenwirtschaft und Signaturlösungen betrifft. VBA-Makros werden nicht unterstützt. PST-Dateien, Offline-Betrieb, öffentliche Ordner, Suchordner und der Stellvertreterzugriff auf gemeinsame Postfächer sind nur teilweise verfügbar. Mehrere Mailprofile, die Zeitplanansicht im Kalender und das Ziehen von Anhängen in andere Programme sind angekündigt. Abstimmungsschaltflächen, der Import und Export von Regeln und der Zugriff auf Dateien auf Netzlaufwerken werden nicht unterstützt, Serienbriefe und .oft-Vorlagen nur teilweise.
Gleichzeitig hat Microsoft viele Lücken geschlossen, die den Umstieg lange blockiert haben. Regeln lassen sich inzwischen gezielt auf einzelne Ordner anwenden, Textbausteine sind als Quick Parts ins neue Outlook gekommen, Termine lassen sich als ICS-Datei speichern und importieren, und alle Konten laufen auf Wunsch in einem gemeinsamen Posteingang zusammen. Die Statusangaben in der Vergleichsliste ändern sich monatlich, prüfen Sie sie deshalb vor jeder Entscheidung neu.
So testet ein Team den Umstieg ohne Zeitdruck
Beginnen Sie mit einem Inventar der Abhängigkeiten: Welche Add-ins sind im klassischen Outlook unter Datei > Optionen > Add-Ins aktiv, wer arbeitet mit PST-Archiven, gemeinsamen Postfächern, Stellvertretungen, Serienbriefen, Vorlagen oder Makros? Wählen Sie dann zwei oder drei Personen mit unterschiedlichen Arbeitsweisen als Piloten aus. Sie arbeiten vier Wochen im neuen Outlook, das klassische bleibt parallel installiert. Microsoft empfiehlt genau dieses Vorgehen: beide Versionen nebeneinander, und jeder Wechsel zurück wird mit dem Grund notiert.
Aus den Notizen entsteht die Liste der Blocker. Für jedes Add-in fragen Sie den Hersteller nach einer Version für das neue Outlook, PST-Archive wandern ins Postfach oder ins Onlinearchiv, Vorlagen werden als Quick Parts oder Signaturen neu angelegt. Erst wenn diese Liste leer ist, steuern Sie den Umstieg gruppenweise über die Richtlinie zur gesteuerten Migration und begleiten ihn mit einer kurzen Schulung. Wer Blocker findet, die noch nicht lösbar sind, blendet den Schalter vorübergehend aus und prüft die Vergleichsliste in einem Quartal erneut. Beides ist legitim, und beides liegt innerhalb des Zeitraums, den Microsoft zugesichert hat.
Häufige Fragen
Gibt es ein offizielles Abschaltdatum für das klassische Outlook?
Nein. Microsoft beschreibt drei Phasen, kündigt jede weitere Phase mindestens zwölf Monate vorher an und unterstützt bestehende Installationen mindestens bis 2029. Die bisher genannten Termine, Januar 2025 für Business Standard und Premium und März 2027 für Enterprise, betreffen das standardmäßige Umschalten mit Rückweg, nicht eine Abschaltung.
Mein Outlook hat sich von selbst auf die neue Version umgestellt. Was nun?
Bei Business Standard und Business Premium ist das seit Januar 2025 das angekündigte Verhalten. Über den Schalter oben rechts im neuen Outlook kommen Sie zurück zum klassischen Outlook, Ihr Postfach liegt unverändert auf dem Server. In den Optionen des klassischen Outlook unter Allgemein können Sie die automatische Umschaltung abwählen, Administratoren erledigen das zentral per Richtlinie.
Was passiert mit Outlook 2021 aus der Kaufversion?
Der Support für Office 2021 und damit für Outlook 2021 endet am 13. Oktober 2026. Das ist das Ende dieser Produktgeneration, nicht das Ende des klassischen Outlook. Als Nachfolger stehen Microsoft 365 Apps mit klassischem und neuem Outlook oder Office LTSC 2024 mit Outlook 2024 zur Wahl, letzteres mit Support bis Oktober 2029.
So unterstützt Sie die High5Manufaktur GmbH
Die High5Manufaktur GmbH betreut kleine und mittlere Unternehmen im Raum Karlsruhe rund um Microsoft 365 und Exchange Online. Wir nehmen Ihre Outlook-Abhängigkeiten auf, von Add-ins über PST-Archive bis zu Stellvertretungen, und begleiten einen Piloten mit ausgewählten Mitarbeitenden. Danach setzen wir die passenden Richtlinien: Schalter ausblenden, automatische Umschaltung stoppen oder den Umstieg gruppenweise steuern, je nachdem, was zu Ihrem Betrieb passt. Die Ankündigungen im Message Center behalten wir für Sie im Blick, damit Sie Fristen nicht aus der Zeitung erfahren. Ein kostenloses Erstgespräch klärt, wo Ihr Team heute steht. Was unsere Microsoft 365 Betreuung im Alltag umfasst, steht auf der Leistungsseite.
Quellen
- Microsoft Learn, Stages of migration to new Outlook for Windows, Stand 23.02.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoft-365-apps/outlook/get-started/guide-product-availability
- Microsoft Learn, Control installing and using new Outlook, aktualisiert 15.07.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoft-365-apps/outlook/get-started/control-install
- Microsoft Learn, Policy for Admin-Controlled Migration to new Outlook for Windows, aktualisiert 29.05.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoft-365-apps/outlook/manage/admin-controlled-migration-policy
- Microsoft Support, Feature comparison between new Outlook and classic Outlook, Stand 14.04.2026, https://support.microsoft.com/en-us/office/feature-comparison-between-new-outlook-and-classic-outlook-de453583-1e76-48bf-975a-2e9cd2ee16dd
- Microsoft 365 Message Center, MC949965 Toggle to new Outlook, veröffentlicht 06.12.2024, aktualisiert 20.02.2026 (öffentliches Archiv), https://mc.merill.net/message/MC949965
- Microsoft Learn, Office LTSC 2024 (Microsoft Lifecycle), abgerufen am 05.09.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/lifecycle/products/office-ltsc-2024
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Geschäftsführer der High5Manufaktur GmbH. Betreut seit 2021 kleine und mittlere Unternehmen bei Microsoft 365, IT-Sicherheit und Digitalisierung.
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