Rufnummer zu Microsoft Teams mitnehmen: so läuft die Portierung
Von Alexander HäffnerVeröffentlicht am 9 Min. Lesezeit
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt.
Ja, Ihre bestehenden Rufnummern können Sie in die Telefonie mit Microsoft Teams mitnehmen. Die Rufnummernmitnahme ist im Telekommunikationsgesetz geregelt: Sie darf Ihnen nicht direkt in Rechnung gestellt werden und ist auch noch bis zu einem Monat nach dem Vertragsende beim bisherigen Anbieter möglich. Technisch führt der Weg über einen Portierungsauftrag, den entweder Microsoft (Anrufplan), ein zertifizierter Netzbetreiber (Operator Connect) oder Ihr eigener Telefonieanbieter (Direct Routing) beim bisherigen Anbieter einreicht. Die wichtigste Regel dabei: Kündigen Sie den alten Anschluss nicht, bevor die Nummern nachweislich in Teams aktiv sind, denn abgeschaltete Rufnummern lassen sich nicht mehr portieren.
Drei Wege, Rufnummern nach Teams zu bringen
Damit Teams mit dem öffentlichen Telefonnetz verbunden ist, braucht jeder Nutzer die Lizenz Teams Phone (früher Telefonsystem) und einen Anbindungsweg. Microsoft beschreibt vier Optionen, die sich im selben Mandanten auch kombinieren lassen. Für kleine und mittlere Unternehmen sind drei davon relevant.
Beim Microsoft Anrufplan (Calling Plan) ist Microsoft selbst Ihr Netzbetreiber. Rufnummern bestellen oder portieren Sie direkt im Teams Admin Center, und Microsoft wickelt den Portierungsauftrag mit dem bisherigen Anbieter ab. Für Deutschland führt Microsoft Anrufpläne als verfügbar und stellt eigene Portierungsunterlagen bereit. Zusätzlich zu Teams Phone braucht jeder Nutzer eine Anrufplan-Lizenz.
Bei Operator Connect schließen Sie einen Vertrag mit einem von Microsoft zertifizierten Netzbetreiber. Die Rufnummern verwalten Sie weiterhin im Teams Admin Center, die Anbindung ans Telefonnetz, die Bereitstellung der Nummern und die Portierung liegen laut Microsoft in der Verantwortung des Betreibers. Dieser Weg passt, wenn Sie mit einem deutschen Anbieter arbeiten möchten, der Operator Connect anbietet, oder Ihr bisheriger Anbieter dabei ist.
Direct Routing verbindet Teams über einen zertifizierten Session Border Controller (SBC) mit einem beliebigen Netzbetreiber. Den SBC betreiben Sie selbst, Ihr IT-Partner oder ein Dienstleister als gehosteten Service. Microsoft nennt diesen Weg als passend für Unternehmen mit bestehendem Anbietervertrag oder vorhandener Telefoninfrastruktur, etwa für die Anbindung analoger Geräte oder einer alten Telefonanlage. Die Portierung läuft hier zwischen Ihnen und dem Netzbetreiber, Teams bekommt die Nummern anschließend zugewiesen.
Die vierte Option, Teams Phone Mobile, macht eine Mobilfunknummer zur Teams-Nummer und unterstützt nur Nutzernummern, keine Zentrale oder Warteschleife.
Bestandsaufnahme vor dem Auftrag
Vor dem Portierungsauftrag lohnt eine vollständige Liste aller Rufnummern, die über den alten Anschluss laufen: Zentrale, Durchwahlen, Faxnummer, aber auch Nummern, an die niemand denkt, weil kein Telefon dranhängt. Dazu gehören Alarmanlage, Aufzugsnotruf, Türsprechanlage, Kartenterminal oder Frankiermaschine. Für jede Nummer entscheiden Sie, ob sie nach Teams wandert, beim alten Anbieter bleibt oder wegfällt.
Zwei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens Fax: Microsoft erlaubt zwar, Faxnummern zu portieren, sie können in Teams aber nur einem Nutzer zugewiesen werden, ein Faxdienst ist in Teams nicht enthalten. Wie Sie das Fax sinnvoll ablösen, lesen Sie im Beitrag zu Fax und seinen Alternativen. Zweitens Internet: Läuft Ihr Internetzugang über denselben Vertrag wie die Telefonie, wird er laut Microsoft nach Abschluss der Portierung mit abgeschaltet. Ein eigener Internetvertrag muss also vorher stehen.
Prüfen Sie außerdem Ihren bestehenden Vertrag. Nach § 59 Absatz 6 TKG können Sie die Rufnummernmitnahme bis zu einem Monat nach Vertragsende beantragen, und die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass der bisherige Anbieter Sie bis zum Abschluss des Wechsels weiterversorgen muss, auch wenn das Vertragsende erreicht ist. Die Kündigungsfrist des Altvertrags bleibt davon unberührt, sie bestimmt nur, wie lange Sie dort noch zahlen.
Für den Auftrag selbst gilt: Firmenname, Anschrift, Kundennummer und die Abrechnungsrufnummer müssen exakt so eingetragen werden, wie sie beim bisherigen Anbieter hinterlegt sind. Abweichende Daten sind laut Microsoft der häufigste Grund für abgelehnte Portierungen. Für Deutschland verlangt Microsoft zusätzlich eine unterschriebene Vollmacht (Letter of Authorization, Formular für Deutschland) und einen Nachweis wie eine Versorgerrechnung, nicht älter als sechs Monate, mit Firmenname und Adresse. Rufweiterschaltungen oder ähnliche Zusatzfunktionen beim alten Anbieter sollten vor der Portierung abgeschaltet sein, und eine eventuelle Portierungssperre auf dem Konto muss aufgehoben werden.
So läuft der Portierungsauftrag beim Microsoft Anrufplan
Im Teams Admin Center finden Sie den Assistenten unter VoIP, dann Telefonnummern, Registerkarte Nummern, Schaltfläche Port. Sie wählen das Land, tragen die Rufnummern im internationalen Format mit +49 ein (Bereiche werden nicht akzeptiert, jede Nummer einzeln oder als CSV-Liste) und lassen sie prüfen. Anschließend folgen die Kontoinformationen: Auftragsname, Abrechnungsrufnummer, Firmenname, bisheriger Anbieter mit Kundennummer, Ansprechpartner für Rückfragen, der beim Altanbieter autorisierte Kontoinhaber, die Dienstadresse der Nummern und die geplante Verwendung (Benutzer, VoIP-App für Telefonzentrale und Warteschleife oder Konferenz). Zum Abschluss laden Sie das vorausgefüllte Autorisierungsschreiben herunter, unterschreiben es und laden es wieder hoch. Den Status verfolgen Sie unter Bestellverlauf: von Nicht übermittelt über Manuelle Überprüfung und Ausstehende Operatorgenehmigung bis Abgeschlossen. Der Status Ausnahme bedeutet, dass der bisherige Anbieter abgelehnt hat, meist wegen abweichender Daten.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Microsoft reicht den Auftrag beim abgebenden Anbieter ein, entscheidet aber nicht über die Freigabe und kann sie laut eigener Dokumentation nicht beeinflussen. Für Deutschland nennt Microsoft als Richtwert 15 bis 30 Arbeitstage bis zur Umsetzung. Portierungen finden montags bis freitags zwischen 6 und 12 Uhr statt, Änderungen oder Stornierungen müssen mindestens zehn Arbeitstage vor dem genehmigten Termin eingehen. Microsoft vermerkt für Deutschland außerdem, dass Teilportierungen nicht unterstützt werden, ein Rufnummernblock also als Ganzes wandert, und dass Mobilfunknummern nicht in den Anrufplan übernommen werden können. Gebührenfreie Nummern lassen sich nur für Telefonzentrale, Warteschleife oder Konferenzen portieren. Microsoft empfiehlt, den Wunschtermin konservativ zu wählen, weil jede Ablehnung die Fristen neu startet.
Bei Operator Connect stellen Sie den Portierungsauftrag beim Betreiber, meist mit dessen Formular und Vollmacht. Nach der Portierung erscheinen die Nummern im Teams Admin Center und Sie weisen sie Nutzern, Warteschleifen und Zentralen zu. Bei Direct Routing bleibt der Vorgang beim Netzbetreiber, der SBC muss zum Portierungstermin fertig konfiguriert sein.
Der Wechseltag und die Zwischenlösung
Alles, was in Teams später klingeln soll, richten Sie vor dem Portierungstermin ein: Lizenzen für die Nutzer, Notfalladressen für die Standorte, die automatische Telefonzentrale und die Warteschleifen, die Voicemail sowie Headsets und Telefone. Testen lässt sich das mit einer temporären neuen Rufnummer aus Teams, bevor die Bestandsnummern umziehen. Bei Portierungen in den Anrufplan verlangt Microsoft in Europa, dass beim Übertragen der Nummer ein Notfallstandort hinterlegt ist; in Deutschland muss die Adresse zur Ortsvorwahl der Nummer passen.
Am Wechseltag läuft die alte Anlage bis zur Umschaltung weiter. Das Gesetz erlaubt bei einem Anbieterwechsel eine Unterbrechung von höchstens einem Arbeitstag, in der Praxis ist die Umschaltung deutlich kürzer. Wenn der bisherige Anbieter es unterstützt, können Sie die Bestandsnummern in den Tagen davor auf temporäre Teams-Nummern umleiten und so den Betrieb in Teams unter Last testen. Nach der Umschaltung prüfen Sie eingehende und ausgehende Anrufe, die übermittelte Rufnummer, Zentrale, Warteschleife und Voicemail. Probleme mit portierten Nummern meldet man laut Microsoft innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden beim Servicecenter für Telefonnummern. Erst wenn alles läuft, wird der Altvertrag beendet, bei einer Vollportierung schließt der alte Anbieter das Konto oft automatisch, Microsoft rät trotzdem, das mit ihm zu bestätigen.
Typische Stolperstellen
Rufnummernblöcke: In Deutschland wandert der Block laut Microsoft komplett. Wer einzelne Nummern beim alten Anbieter behalten will, klärt das vorab mit beiden Seiten. Werden später einzelne Nummern eines Blocks freigegeben, bleiben sie laut Microsoft dem Kunden zugeordnet, Adressänderungen gelten weiter für den ganzen Block.
Mehrere Anbieter oder Konten: Pro Anbieter, Kundenkonto, Nummerntyp und Dienstadresse ist ein eigener Auftrag nötig, und Aufträge zum selben Konto werden nacheinander bearbeitet, nicht parallel.
Ortsvorwahl und Standort: Weil die Notfalladresse zur Vorwahl passen muss, brauchen Betriebe mit mehreren Standorten je Ortsnetz eine eigene Adresse. Eine Karlsruher Nummer lässt sich nicht mit einer Adresse in Rastatt aktivieren.
Analoge Geräte: Alarmanlage, Aufzugsnotruf oder Türsprechanlage telefonieren nicht mit Teams. Hier helfen analoge Adapter über das SIP Gateway oder Direct Routing, oder die Geräte behalten einen eigenen kleinen Anschluss. Was der Umstieg grundsätzlich bedeutet, ordnet unser Vergleich von Cloud-Telefonie und klassischer Telefonanlage ein.
Häufige Fragen
Muss ich meinen alten Telefonvertrag vor der Portierung kündigen?
Nein, und Sie sollten es auch nicht tun. Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, den bisherigen Anschluss erst zu kündigen, wenn alle Portierungen abgeschlossen sind, weil inaktive oder abgeschaltete Nummern nicht mehr übertragen werden können. Nach § 59 Absatz 6 TKG können Sie die Mitnahme bis zu einem Monat nach Vertragsende beantragen, und der bisherige Anbieter muss Sie bis zum Wechsel weiterversorgen.
Was kostet die Rufnummernmitnahme?
Für die Mitnahme selbst dürfen Ihnen nach § 59 Absatz 7 TKG keine direkten Entgelte berechnet werden. Die Bundesnetzagentur bestätigt, dass Anbieter seit dem 1. Dezember 2021 keine Gebühren für die Rufnummernmitnahme im Festnetz und Mobilfunk verlangen dürfen, für Privat- und Geschäftskunden. Davon unabhängig sind die Kosten des neuen Dienstes, etwa Lizenzen und Anbieterentgelte, sowie die Restlaufzeit des alten Vertrags.
Wie lange dauert eine Portierung zu Teams?
Microsoft nennt für Deutschland als Richtwert 15 bis 30 Arbeitstage von der Einreichung bis zur Umsetzung, abhängig von der Antwort des abgebenden Anbieters. Am Umschalttag selbst darf der Dienst nach § 59 Absatz 2 TKG nicht länger als einen Arbeitstag unterbrochen sein. Planen Sie den Termin mit Puffer und kommunizieren Sie ihn intern erst, wenn der bisherige Anbieter den Auftrag bestätigt hat.
So unterstützt Sie die High5Manufaktur GmbH
Cloud-Telefonie mit Microsoft Teams gehört zu den Kernleistungen der High5Manufaktur GmbH. Wir nehmen mit Ihnen alle Rufnummern und angeschlossenen Geräte auf, wählen herstellerneutral den passenden Anbindungsweg und bereiten den Mandanten vor: Lizenzen, Notfalladressen, Telefonzentrale, Warteschleifen und Endgeräte. Den Portierungsauftrag stellen wir mit Ihnen zusammen, prüfen die Unterlagen gegen die Daten des Altanbieters und begleiten den Wechseltag mit einem Testprotokoll. Sie haben dabei einen direkten Ansprechpartner statt einer Hotline. Der Einstieg ist ein kostenloses Erstgespräch, in dem wir Ihre Nummernlage und den sinnvollen Zeitplan klären. Mehr zu unserer Leistung finden Sie auf der Seite Telefonie mit Microsoft Teams.
Quellen
- Microsoft Learn, PSTN connectivity options (Microsoft Teams), Stand 31.07.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoftteams/pstn-connectivity
- Microsoft Learn, What's a port order? (Planung von Nummernportierungen), Stand 28.05.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoftteams/phone-number-calling-plans/port-order-overview
- Microsoft Learn, Übertragen von Telefonnummern an Microsoft Teams, Stand 28.05.2026, https://learn.microsoft.com/de-de/microsoftteams/phone-number-calling-plans/transfer-phone-numbers-to-teams
- Microsoft Learn, Phone number management for Germany, Seitenstand 11.03.2025, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoftteams/phone-reference/manage-numbers/phone-number-management-for-germany
- Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet: § 59 TKG Anbieterwechsel und Rufnummernmitnahme, Telekommunikationsgesetz vom 23.06.2021 in der geltenden Fassung, https://www.gesetze-im-internet.de/tkg_2021/__59.html
- Bundesnetzagentur, Verbraucherportal: Anbieterwechsel und Umzug, abgerufen am 05.09.2026, https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/InternetTelefon/Wechsel/artikel.html
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Geschäftsführer der High5Manufaktur GmbH. Betreut seit 2021 kleine und mittlere Unternehmen bei Microsoft 365, IT-Sicherheit und Digitalisierung.
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