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Cloud-Telefonie

Notruf über Teams-Telefonie: warum der Standort hinterlegt sein muss

Von Alexander HäffnerVeröffentlicht am 10 Min. Lesezeit

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt.

Der Notruf 112 lässt sich aus der Telefonie mit Microsoft Teams genauso wählen wie von jedem anderen Anschluss, und der Anruf landet bei der Leitstelle. Der Unterschied zur alten Telefonanlage liegt im Standort: Ein Anruf aus dem Internet trägt keine Adresse in sich, deshalb sieht die Leitstelle in Deutschland die Adresse, die zu Ihrer Rufnummer hinterlegt ist. Diese Notfalladresse muss für jede Rufnummer stimmen, validiert sein und zur Ortsvorwahl passen. Wer im Homeoffice oder unterwegs über Teams telefoniert, sollte wissen, dass dort weiterhin die Firmenadresse hinterlegt ist, und seinen Standort im Notfall zuerst nennen. Die Einrichtung ist überschaubar, gehört aber in die Verantwortung des Betriebs, nicht des einzelnen Mitarbeiters.

Was beim Notruf technisch passiert

Nach § 164 Absatz 1 TKG muss jeder Anbieter öffentlich zugänglicher nummerngebundener Telekommunikationsdienste unentgeltliche Verbindungen zur europaweiten Notrufnummer 112 und zur nationalen Notrufnummer 110 ermöglichen. Die Verbindung ist jederzeit unverzüglich zur örtlich zuständigen Notrufabfragestelle herzustellen, und der Anbieter hat die Rufnummer des Anschlusses sowie die Daten zu übermitteln, die zur Ermittlung des Standortes erforderlich sind. Die Notrufverordnung präzisiert in § 4, dass damit der vom Telekommunikationsnetz festgestellte Standort des Endgerätes gemeint ist; bei Mobilfunk mindestens mit der Genauigkeit einer Funkzelle. Die Bundesnetzagentur ergänzt, dass der Abfragekraft die Rufnummer auch bei aktivierter Rufnummernunterdrückung angezeigt wird und sie in zunehmendem Maße automatisch eine Standortinformation erhält. Die technischen Einzelheiten legt die Technische Richtlinie Notrufverbindungen fest, deren Ausgabe 2.1 am 9. Juli 2025 im Amtsblatt der Bundesnetzagentur veröffentlicht wurde.

Bei Cloud-Telefonie kann das Netz den Standort eines Teams-Clients nicht selbst feststellen. Der Client kann im Büro, im Homeoffice oder im Zug sein, der Anruf sieht für das Telefonnetz gleich aus. Deshalb greift für Deutschland die zur Rufnummer registrierte Adresse. Microsoft beschreibt es für den Anrufplan so: Alle Notrufe hängen von der Adresse des Anrufers ab, die zur Nummer registrierte Adresse ist in einer nationalen Datenbank gespeichert, und die Leitstelle schlägt sie anhand der übermittelten Rufnummer nach. Microsoft weist in den Nutzungsbedingungen zum Notruf zugleich auf drei Grenzen hin: Teams kennt den tatsächlichen Standort eines Anrufers möglicherweise nicht, ohne Internetverbindung oder bei Stromausfall werden Notrufe über Teams nicht unterstützt, und aus dem Ausland sollte kein Notruf über Teams abgesetzt werden, weil er kaum bei der dort zuständigen Stelle landet. Was bei einem Ausfall am Standort ohnehin gilt, beschreibt unser Beitrag zur Cloud-Telefonie bei Internetausfall.

Notfalladressen im Teams Admin Center anlegen

Notfalladressen legen Sie im Teams Admin Center unter Standorte, dann Notfalladressen, mit Hinzufügen an. Sie vergeben Name und Beschreibung, wählen das Land und geben die Adresse ein. Findet die Kartensuche die Adresse, ist sie automatisch validiert und mit Geokoordinaten versehen; Microsoft empfiehlt genau diesen Weg. Nur validierte Adressen lassen sich Nutzern und Rufnummern zuweisen. Wird eine Adresse nicht gefunden, können Sie sie mit Adresse manuell bearbeiten eintragen, dann fehlt aber die Validierung. Eine bereits validierte Adresse lässt sich später nicht ändern, sie muss gelöscht und neu angelegt werden, und Löschen geht erst, wenn ihr keine Nummern und Nutzer mehr zugewiesen sind. Für Belgien, Frankreich, Deutschland, Irland, die Niederlande und Spanien gilt zusätzlich: Um eine Telefonnummer zu aktivieren, muss die Adresse des Notfallstandorts zur Vorwahl der Nummer passen. Mit Orten verfeinern Sie eine Adresse um Gebäude, Etage oder Flügel, etwa Halle 2, Erdgeschoss.

Die Zuweisung hängt vom Anbindungsweg ab. Bei Anrufplan, Operator Connect und Teams Phone Mobile öffnen Sie VoIP, dann Telefonnummern, wählen die Nummer aus, klicken Bearbeiten und setzen den Notfallstandort. Bei Direct Routing geschieht das beim Nutzer unter Benutzer verwalten, Konto, Bearbeiten, Telefonnummer zuweisen. Für den Anrufplan verlangt Microsoft in Europa bereits beim Bestellen oder Portieren einer Nummer einen Notfallstandort. Bei Operator Connect werden Notrufe laut Microsoft automatisch an den Betreiber der Nummer geleitet; ob Sie die registrierte Adresse selbst pflegen dürfen, hängt davon ab, welche Fähigkeiten der Betreiber der Nummer beim Hochladen mitgibt. In der Praxis heißt das: Bei einem Umzug informieren Sie auch den Betreiber. Bei Direct Routing entscheidet die Adresse, die beim Anbieter Ihres SIP-Trunks hinterlegt ist, und Teams braucht eine Notrufroutingrichtlinie, in der 112 und 110 samt Route zum Session Border Controller definiert sind. Microsoft ist hier deutlich: Kann der Teams-Client keine Notrufroutingrichtlinie beziehen, ist der Nutzer nicht für Notrufe freigeschaltet.

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Dynamische Standorte im Firmennetz

Teams kann den Standort eines Clients innerhalb Ihres Netzes erkennen. Dafür hinterlegen Sie im Teams Admin Center unter Standorte (Bereich Networks & locations) Ihre Netzkennungen und verknüpfen sie mit Notfalladressen: Subnetze, WLAN-Zugangspunkte über ihre BSSID, Switches über die Chassis-ID und einzelne Switch-Ports. Ergänzend tragen Sie die öffentlichen IP-Adressen Ihres Unternehmens als vertrauenswürdige IPs ein, damit Teams weiß, wann sich ein Client überhaupt im Firmennetz befindet. Der Client fragt beim Start, in regelmäßigen Abständen und bei jedem Netzwechsel nach, und die erste Übereinstimmung zählt in der Reihenfolge WLAN-Zugangspunkt, Switch und Port, Switch, Subnetz. Unterstützt werden die Desktop-Clients für Windows und macOS, die mobilen Apps, Teams-Telefone und Teams Rooms, nicht aber der Browser-Client. Microsoft rät deshalb, das Telefonieren aus dem Browser per Anrufrichtlinie abzuschalten, wenn es nicht gebraucht wird. Änderungen an den Netzeinstellungen können bis zu vier Stunden brauchen, bis sie bei den Clients ankommen. Nach demselben Prinzip erkennt Teams übrigens auch den Arbeitsort per WLAN.

Ehrlich einordnen sollte man den Nutzen in Deutschland. Die automatische Weiterleitung eines Notrufs an die Leitstelle, die zum dynamisch erkannten Standort passt, bieten Microsoft und die Partner von Operator Connect und Teams Phone Mobile laut Dokumentation für die USA und Kanada. In Deutschland richtet sich die Leitstelle nach der zur Rufnummer registrierten Adresse. Dynamische Standorte lohnen sich hierzulande aus drei anderen Gründen: Erstens können Sie je Netzwerkstandort eine eigene Notrufrichtlinie zuweisen, die zum Beispiel den Empfang oder die Sicherheitsverantwortlichen des Gebäudes benachrichtigt, wenn dort jemand den Notruf wählt. Zweitens lassen sich bei Direct Routing mit mehreren Standorten Routen und Rufnummern standortabhängig steuern, etwa über eine ELIN-Anwendung auf dem Session Border Controller. Drittens nutzen auch klassische SIP-Telefone am SIP Gateway diese Standortdaten, sofern sie ihre Netzinformationen mitliefern.

Homeoffice und unterwegs

Für Mitarbeitende außerhalb des Firmennetzes bietet Teams eine Funktion, die Sie in der Notrufrichtlinie mit dem Schalter External location lookup mode freigeben. Danach sehen Nutzer im Desktop-Client unter Anrufe den Eintrag Notfallstandort, können die vom Betriebssystem vorgeschlagene Adresse bestätigen, bearbeiten oder eine Adresse eingeben. Voraussetzung sind aktivierte Ortungsdienste, unter Windows 11 also Ortungsdienste, Apps den Zugriff auf Ihren Standort erlauben und Microsoft Teams, unter macOS die Freigabe für Microsoft Teams ModuleHost und Microsoft Teams WebView. Teams merkt sich die bestätigte Adresse für das jeweilige Netz und verwirft sie bei der Abmeldung. Teams-Telefone unterstützen diese Funktion nicht, die mobile App erkennt den Standort automatisch, bietet aber keine manuelle Eingabe.

Auch hier gilt die nüchterne Einordnung: Microsoft beschreibt die Übermittlung der vom Nutzer bestätigten Adresse an die Notrufannahme in der Dokumentation zu Notfalladressen für Remotestandorte für die USA und Kanada. Für Deutschland sollten Sie davon ausgehen, dass die Leitstelle bei einem Notruf aus dem Homeoffice die Firmenadresse sieht. Daraus folgen zwei einfache Regeln für Ihre Mitarbeitenden: Wer den Notruf über Teams wählt, nennt zuerst Ort und Adresse. Und wer ein Mobiltelefon zur Hand hat, wählt 112 über die normale Telefonfunktion des Geräts statt über die Teams-App, weil das Mobilfunknetz nach der Notrufverordnung Standortdaten mindestens auf Funkzellenebene übermittelt. Ein Notruf aus der Teams-App auf dem Smartphone ist dagegen ein Anruf über die Firmennummer mit der dazu registrierten Adresse.

Aufgaben des Betriebs

Damit der Notruf aus Teams so gut funktioniert, wie er kann, gehören sieben Punkte in die Einrichtung und in die laufende Pflege.

Erstens legen Sie für jeden Standort eine validierte Notfalladresse an, passend zur Vorwahl der dort genutzten Nummern, und ergänzen bei größeren Gebäuden Orte für Etagen oder Hallen. Zweitens weisen Sie jeder Rufnummer eine Adresse zu, auch den Nummern von Empfang, Werkstatt oder Besprechungsraum. Drittens gehört die Notfalladresse in jede Umzugscheckliste: neue Adresse anlegen, Nummern umhängen, bei Operator Connect oder Direct Routing zusätzlich den Betreiber informieren. Viertens richten Sie unter VoIP in den Notfallrichtlinien (Emergency policies) eine Benachrichtigung ein: Beim Wählen der Notrufnummer erhält eine Person oder Gruppe eine Chatnachricht, wird stumm zugeschaltet oder kann aktiv mitsprechen, zusätzlich lässt sich eine Rufnummer anrufen. In derselben Richtlinie hinterlegen Sie einen Hinweistext von bis zu 250 Zeichen, den Teams als Banner anzeigt, damit Nutzer ihren Standort bestätigen. Fünftens definieren Sie bei Direct Routing 112 und 110 in der Notrufroutingrichtlinie und prüfen die Route. Testanrufe bei der 112 sind dafür kein Mittel, kontrolliert wird in der Konfiguration. Sechstens informieren Sie Ihre Mitarbeitenden schriftlich, Microsoft erwartet das von Kunden des Anrufplans ausdrücklich: Der Notruf aus Teams zeigt die Firmenadresse, der Standort wird genannt, bei Strom- oder Internetausfall greift das Mobiltelefon, im Ausland das dortige Netz. Diese Hinweise gehören in den IT-Notfallplan, der auch ohne Server erreichbar ist. Siebtens schalten Sie die Telefonie im Browser ab, wenn niemand sie braucht, denn dort funktionieren dynamische Standorte und Benachrichtigungen nicht.

Häufige Fragen

Sieht die Leitstelle meine Adresse, wenn ich aus dem Homeoffice den Notruf wähle?

Nach der Beschreibung von Microsoft für Deutschland sieht die Leitstelle die Adresse, die zu Ihrer Rufnummer registriert ist, also in der Regel die Firmenadresse. Nennen Sie deshalb zuerst Ihren Standort. Die in Teams bestätigte Adresse für Remotestandorte dokumentiert Microsoft für die USA und Kanada. Mit einem Mobiltelefon ist der Notruf über die Telefonfunktion des Geräts der bessere Weg, weil das Mobilfunknetz Standortdaten übermittelt.

Funktioniert der Notruf aus Teams bei Internet- oder Stromausfall?

Nein. Microsoft stellt klar, dass Notrufe über Teams nicht unterstützt werden, wenn der Client offline ist oder das Gerät keinen Internetzugang hat, etwa bei einem Netz- oder Stromausfall. In diesem Fall bleibt das Mobiltelefon der verlässliche Weg. Planen Sie das ein und sagen Sie es Ihren Mitarbeitenden, bevor der erste Ausfall kommt.

Brauche ich für jeden Mitarbeitenden eine eigene Notfalladresse?

Nein. Sie legen eine validierte Adresse pro Standort an, bei Bedarf mit Orten für Gebäude oder Etagen, und weisen sie den Rufnummern zu. Nur die Adresse muss zur Vorwahl der Nummer passen, weshalb Betriebe mit mehreren Ortsnetzen mehrere Adressen brauchen. Für Homeoffice-Nummern bleibt die Firmenadresse hinterlegt, ergänzt um die Verhaltensregel, den Standort zu nennen.

So unterstützt Sie die High5Manufaktur GmbH

Die High5Manufaktur GmbH richtet Cloud-Telefonie mit Microsoft Teams von Anfang an mit dem Notruf mit ein: validierte Notfalladressen je Standort, die Zuweisung zu allen Rufnummern, bei Bedarf Netzwerkstandorte für Benachrichtigungen an Empfang oder Sicherheitsverantwortliche und bei Direct Routing die Notrufroutingrichtlinie für 112 und 110. Dazu bekommen Ihre Mitarbeitenden eine kurze, verständliche Handreichung für Büro und Homeoffice. Bei Umzug oder neuem Standort passen wir die Adressen im Rahmen der laufenden Betreuung an, mit einem festen Ansprechpartner statt einer anonymen Hotline. Der Einstieg ist ein kostenloses Erstgespräch, in dem wir den Stand Ihrer Telefonie und Ihrer Notfalladressen gemeinsam prüfen. Mehr zu unserer Leistung finden Sie auf der Seite Telefonie mit Microsoft Teams.

Quellen

  • Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet: § 164 TKG Notruf, Telekommunikationsgesetz vom 23.06.2021 in der geltenden Fassung, https://www.gesetze-im-internet.de/tkg_2021/__164.html
  • Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet: § 4 Notrufverordnung (NotrufV), geltende Fassung, https://www.gesetze-im-internet.de/notrufv/__4.html
  • Bundesnetzagentur, Unternehmenspflichten: Notruf, abgerufen am 05.09.2026, https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Telekommunikation/Unternehmenspflichten/Notruf/start.html
  • Microsoft Learn, Plan and manage emergency calling (Microsoft Teams), Stand 23.03.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoftteams/what-are-emergency-locations-addresses-and-call-routing
  • Microsoft Learn, Considerations for Calling Plans (Emergency call routing for different countries, Abschnitt Germany), Stand 25.03.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoftteams/considerations-calling-plan
  • Microsoft Learn, Configure dynamic emergency calling (Microsoft Teams), Stand 15.06.2026, https://learn.microsoft.com/en-us/microsoftteams/configure-dynamic-emergency-calling
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Alexander Häffner

Alexander Häffner

Geschäftsführer der High5Manufaktur GmbH. Betreut seit 2021 kleine und mittlere Unternehmen bei Microsoft 365, IT-Sicherheit und Digitalisierung.

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